Rugby-Europacup: Der Heidelberger Ruderklub ist bestens gerüstet
Heidelberg. (momo) Schon der Einzug in die Vorschlussrunde des Rugby-Europapokals um den Continental Shield war für den Heidelberger Ruderklub von historischer Bedeutung. Drei Siege (23:19 gegen Pataro Calvisano, 19:15 gegen Petrarca Padua und 38:7 bei CDU Lissabon) bei nur einer Niederlage (16:33 beim RC Batumi in Georgien) sorgten für den größten Vereinserfolg. Nun will der deutsche Rugbymeister ins Endspiel. Mit einem Sieg am morgigen Samstag gegen den italienischen Meister Calvisano soll der Grundstein für den Finaleinzug gelegt werden. Dort würde der Sieger aus Hin- und Rückspielen zwischen Batumi und den rumänischen Timisoara Saracens warten. Der Gewinner dieses Endspiels stiege in den European Challenge Cup auf.
Bereits in der Vorrunde kreuzten die beiden Spitzenklubs die Klingen. Im Oktober ging der HRK mit 23:19 als Sieger vom heimischen Kunstrasenplatz am Harbigweg. Doch HRK-Trainer Kobus Potgieter ordnet den Erfolg bei allem Stolz realistisch ein: "Im Vorrundenspiel haben wir die Italiener mit unserer Leistung geschockt.
Das hatten sie nach unserer deutlichen Niederlage im Vorjahr - 2016 war der HRK mit 19:60 unterlegen - nicht erwartet. Jetzt ist der Überraschungseffekt weg, sodass wir noch konzentrierter und härter arbeiten müssen", gibt der Südafrikaner die Marschroute vor. In der Tat hatte man damals das Gefühl, dass den Gästen zeitweise die Ideen angesichts der starken Leistung der Heidelberger in der Defensive ausgegangen waren.
Zudem kommen die Südeuropäer eingespielt nach Deutschland, da deren Rückrunde schon begonnen hat. Der 39:23-Erfolg gegen Toscana I Medici sorgt dafür, dass die Calvisano-Akteure mit breiter Brust an den Neckar reisen werden. Um diesen Wettbewerbsvorteil auszugleichen, haben die "Wild Titans" des HRK über die zweiwöchige Winterpause individuelle Sonderschichten mit auf den Weg bekommen, wie Pressesprecher Steffen Liebig verriet. Mit einer hoch konzentrierten Leistung soll Calvisano ein zweites Mal in die Knie gezwungen werden, wozu laut Potgieter vor allem die Chancenverwertung effizienter sein muss: "Ab jetzt ist jedes Spiel ein Finale. Jeder Punkt zählt. Die effektivere Mannschaft wird weiterkommen."
Personell kann der Trainer aus dem Vollen schöpfen. Sämtliche Spieler sind fit, auch die zuletzt Angeschlagenen haben sich einsatzbereit gemeldet. Der vorläufige 26 Mann starke Kader besteht daher aus Jörn Schröder, Thore Schmidt, Antony Dickinson, Samy Füchsel, Mark Fairhurst, Paul Schüle, Timo Vollenkemper, Michael Poppmeier, Dasch Barber, Julio Rodriguez, Marcel Henn, Jacobus Otto, Luis Ball, Sebastian Ferreira, Jarrid Els, Sean Armstrong, Hagen Schulte, Raynor Parkinson, Steffen Liebig, Pierre Mathurin, Marcel Coetzee, Nikolai Klewinghaus, Ayron Schramm, Felix Lammers, Wynston Cameron Dow und Donovan O’Grady.
Diese Kadertiefe könnte sich auszahlen, denn der Schlüssel zum Erfolg kann nur über eine harte Verteidigung gehen. Im Oktober bissen sich die Italiener ein ums andere Mal die Zähne an der HRK-Defensive aus, was der Ruderklub vor allem durch "Goldfuß" Parkinson oftmals ausnutzte. Die aufreibende Spielweise auf diesem Niveau erfordert aber auch einen ausgeglichenen Kader, sodass den Bankspielern eine ebenso wichtige Aufgabe zukommen wird wie denjenigen in der Startfünfzehn.
Ein Erfolg wäre angesichts des Rückspiels wichtig. Denn am 20. Januar hat Calvisano im entscheidende Spiel Heimrecht und wird alles in die Waagschale werfen, um den Siegeszug des HRK zu beenden. Kapitän Michael Poppmeier sprach in einem Fernseh-Interview von ausgeglichenen Chancen. Morgen um 15 Uhr wird sich zeigen, ob der HRK eine Überraschung parat hat.
Info: Europapokal, Halbfinal-Hinspiel, Samstag, 15 Uhr: Heidelberger RK - Pataro Calvisano (Harbigweg).
