Mordfall Julia B.: Anklage wohl im Frühjahr
Heidelberg. (hö) In Kürze werden die Ermittlungen im Mordfall Julia B. abgeschlossen sein, dann wird die Staatsanwaltschaft Heidelberg entscheiden, ob Anklage gegen den tatverdächtigen Johann N. erhoben wird. Die Spurenlage ist so eindeutig, dass damit gerechnet wird, dass es dazu kommt. Dann wird der Prozess wohl im Frühjahr starten.
Wie ein Sprecher der Staatsanwaltschaft am Donnerstag der RNZ bestätigte, sind mittlerweile die Akten dieses spektakulären Mordfalls bei seiner Behörde, die innerhalb von zwei Wochen zu einem Ergebnis kommen wird, wie es weitergeht. Der Fall beschäftigte im letzten Sommer drei Wochen lang nicht nur Heidelberg, sondern die gesamte Metropolregion - auch wegen der groß angelegten Suchaktion im Stadtteil Emmertsgrund.
Am Samstag, 12. August, wurde Julia B. vermisst, nachdem sie auf der Arbeit nicht erschienen war. Die 26-Jährige wohnte mit ihrem Lebensgefährten Johann N. auf dem Emmertsgrund. Drei Tage später, am 15. August, wurde ihr Dienstwagen, eine Mercedes E-Klasse, in den Mannheimer Quadraten gefunden. Schnell galt Johann N. als tatverdächtig, er kam bereits am 22. August in Untersuchungshaft - schon damals vermutete die Polizei, die eine 26-köpfige Ermittlungsgruppe gebildet hatte, ein Tötungsdelikt. Er hatte gegenüber der Kripo zugegeben, kurz vor dem Verschwinden seiner Freundin Streit mit ihr gehabt zu haben. Darüber hinaus machte er keine Angaben - und schweigt seitdem hartnäckig.
Trotz mehrer Zeugenaufrufe der Polizei und vieler Suchplakate, die die Familie in der gesamten Stadt aufhängte, gab es kaum Hinweise, dann entschloss sich die Polizei am 25. August zu einer großen Suchaktion im Emmertsgrunder Wald mit insgesamt 70 Mann, die sie vier Tage später in etwas kleinerem Umfang wiederholte - beide ohne Erfolg. Am 1. September wurde an der A 5 bei Zwingenberg, 50 Kilometer von Heidelberg entfernt, eine Frauenleiche gefunden: Es handelte sich um Julia B..
Sofort wandte sich die Kripo abermals an die Öffentlichkeit: Wer hatte Johann N. an jenem Samstag, 12. August, frühmorgens in Zwingenberg gesehen? Die Ermittler gehen davon aus, dass er seine Freundin in ihrem Dienstwagen dorthin gefahren hatte. Ob sie zu diesem Zeitpunkt bereits tot war und wie sie ums Leben kam, darüber machten sie keine Angaben.
