Edingen-Neckarhausen: Weitere Mühen um Landeszuschuss
Von Nicoline Pilz
Edingen-Neckarhausen. "In Edingen-Neckarhausen läuft die Unterbringung und Integration von Flüchtlingen sehr gut", sagte der Grünen-Landtagsabgeordnete Uli Sckerl kürzlich im Gespräch mit der Integrationsbeauftragten Sina Montassere und Sprechern des Bündnisses für Flüchtlingshilfe.
Sckerl sprach im Rathaus mit den "wichtigen handelnden Personen" über die Situation in der Neckargemeinde: Er habe nach dem einstündigen Austausch einen "sehr positiven Eindruck gewonnen", meinte er. Das Engagement der Ehrenamtlichen sei hoch, und zusammen mit der sehr guten Arbeit der Integrationsbeauftragten sei die Kommune bestens aufgestellt. Alle Anschlussberechtigten seien gut untergebracht, Massenunterkünfte gebe es keine. "Wir bauen zurzeit eine Sozial- und Flüchtlingsunterkunft", warf Montassere ein.
Sckerl nickte und versprach, sich gemeinsam mit dem scheidenden CDU-Kollegen Georg Wacker hier noch um Landeszuschüsse zu bemühen. Der Förderantrag der Gemeinde sei leider im vergangenen Jahr "in die Mühlen der Bürokratie geraten". Bürgermeister Simon Michler sagte jüngst, er hoffe auf 700.000 Euro. Gegen die neue Unterkunft in Modulbauweise gibt es in der Gemeinde fraglos Ressentiments. Als die RNZ hierzu Text und Foto veröffentlichte, hagelte es im Internet negative Kommentare. Wie immer hilft es aber auch hier, sich zu informieren: Die Gemeinde baut eine Sozial- und Flüchtlingsunterkunft mit dem Ziel, auch obdachlose Menschen oder Personen, die dringend bezahlbaren Wohnraum suchen, hier unterbringen zu können.
"Wir machen aber auch positive Erfahrungen und erleben Interesse an unserer Arbeit", sagte Monika Schirrich von der Flüchtlingshilfe. 20 Prozent aller Bürger hätten eine negative Einstellung zu Integration und Akzeptanz von Flüchtlingen, berichtete Sckerl. In Edingen-Neckarhausen laufe es durch das Engagement der Ehrenamtlichen gut, anderswo sei das nicht der Fall.
"Und wir haben hier angesehene Personen wie Dietrich Herold", meinte Sckerl. Der Kreisrat (FDP) und Gemeinderat gab fast verlegen zurück, es sei ihm einfach ein Anliegen, "denen zu helfen, die hilfebedürftig sind und gleichzeitig den sozialen Frieden zu wahren". Schirrich äußerte den Wunsch, Hausaufgabenbetreuung in der neuen Unterkunft für Kinder und Jugendliche auf weiterführenden Schulen anbieten zu können. "Dafür brauchen wir Sachmittel, haben aber noch keinen Fördertopf gefunden", erklärte sie.
Sckerl nannte verschiedene Förderungen des Landes, unter anderem auch für Sprachprogramme. Er sei auch dafür, das Landesengagement für die Stellen der Integrationsbeauftragten fortzusetzen. "Deren Aufgaben sind nach drei Jahren ja nicht erledigt." Zudem müsse noch die Finanzierung der Integrationsmanager festgeklopft werden, sagte Sckerl. Er sieht den Bund in der Pflicht, der bislang lediglich 400 Millionen Euro für die Integrationsarbeit der Länder ausbezahlt habe: "Das ist nicht wirklich viel, dabei hat der Bund Geld ohne Ende. Er muss sich beteiligen."
Man sei dankbar für die Zeit, die sich Sckerl genommen habe, meinte Montassere abschließend. Und Dietrich Herold ergänzte: "Wir bleiben in Kontakt." Der Grünen-Politiker hatte anschließend in Ladenburg das nächste Gespräch über Flüchtlingsarbeit anstehen.
