Kinderschutzräume in Rauenberg: Für einen ernsten Fall
Rauenberg. (rö) "Man bereitet sich für einen ernsten Fall vor, von dem man nicht hofft, dass er eintritt", brachte Rauenbergs Bürgermeister Peter Seithel die Idee der "Kinderschutzräume" auf den Punkt. Zahlreiche Gewerbetreibende beteiligen sich an der Aktion, sodass sich in Rauenberg, Rotenberg und Malschenberg in Geschäften und öffentlichen Einrichtungen wie Rathaus, Schulen und Kindergärten bereits gut 25 Kinderschutzräume befinden.
Für Tanja Kramper, Geschäftsführerin des Vereins Kommunale Kriminalprävention Rhein-Neckar, "ein toller Baustein", mit dem Kinder aufgefangen werden, "wenn sie Hilfe brauchen". Zumal damit alle Beteiligten in der Kommune angesprochen seien. Auch Sandra Elzer, Vorsitzende des Vereins "8chtsam", hofft nicht, "dass wir das brauchen, aber wenn, dann haben wir unsere Hausaufgaben gemacht". Bürgermeister Seithel, der auch Schirmherr von 8achtsam ist, bedankte sich dann auch beim jüngsten Treffen der Beteiligten bei allen für ihr Mitwirken und ihr Engagement.
Die Kinderschutzräume sind für Notsituationen gedacht: wenn etwa ein fremder Mensch das Kind anspricht und das Bauchgefühl rät, einen sicheren Ort aufzusuchen, oder wenn andere Kinder oder Jugendliche es bedrängen. "Es kann aber auch sein, dass das Kind seinen Schlüssel verloren hat oder ein Pflaster braucht", machte Tanja Kramper deutlich, dass die Kinderschutzräume auch in weniger dramatischen Fällen eine Hilfe sein sollen. Selbst wenn nur das Fahrrad einen platten Reifen hat, kann man hier die Möglichkeit finden, die Eltern anzurufen.
Ziel der Aktion, die von Ulrike Ihle-Herzel und Mitarbeiterinnen des Zentrums für Sprachkompetenz MundWerk in enger Kooperation mit Jürgen Mörixbauer (SeSiSta), dem Verein 8chtsam und der Volkshochschule Südliche Bergstraße sowie mit Unterstützung des Vereins Kommunale Kriminalprävention Rhein-Neckar durchgeführt wird, ist, Eltern, Geschäftsinhaber, die Öffentlichkeit und vor allem die Kinder zu sensibilisieren, dass sie an öffentlichen Orten sicher sind und Hilfe in Notsituationen erwarten können.
Alle beteiligten Geschäfte und Einrichtungen erhalten Materialien wie Flyer, Aufkleber zur Wiedererkennung, einen Leitfaden für den Ernstfall und weitere Informationen, daneben werden sie auch mit den Inhalten des Konzepts vertraut gemacht: Dazu gehören eine Einführung für die Geschäftsinhaber, die Schulung des Personals, aber auch Informationen für Eltern oder die Schulung von Lehrern, Erziehern und Schulsozialarbeitern.
Bürgermeister Seithel machte beim jüngsten Treffen deutlich, dass der vergangenes Jahr zum Thema gedrehte Film "sehr viel davon vermittelt", das habe sich gerade beim jüngsten Gewerbestammtisch gezeigt. Zudem sei auch "das Begleitprogramm" wichtig, wird doch schon länger - unter anderem mit dem "SeSiSta"-Programm (selbstbewusst, sicher, stark) - an den Bildungseinrichtungen der Gesamtgemeinde daran gearbeitet, den Kindern Stärke und Sozialkompetenz zu vermitteln. Jetzt hoffen die Macher, dass sich weitere Geschäftsinhaber für die Starter-Seminare interessieren und dass das Konzept auch in anderen Gemeinden auf fruchtbaren Boden fällt.
Info: www.kinderschutzraum.de
