Lastwagen-Unfall auf der A6: Schon wieder Mega-Staus in der Region
Von Michael Endres
Sinsheim. 17 Minuten für die kurze Strecke vom Kreiskrankenhaus zur Ampel bei der Sparkasse, Lastzüge, die sich trotz Durchfahrtsverbot durch die eigentlich beruhigte Sinsheimer Hauptstraße lavieren - Dühren, Eschelbach, Hoffenheim, Balzfeld und Dielheim absolut dicht: Der Verkehrskollaps hat am Mittwoch die gesamte Region getroffen.
Wieder einmal nach einem Unfall auf der Autobahn in den frühen Morgenstunden brach der Verkehr sowohl auf der Autobahn A 6 wie auch auf allen Umleitungsstrecken, Ausweichrouten und Schleichwegen zusammen, auf der Bundesfernstraße gab’s Staus in beiden Richtungen mit einer Gesamtlänge von über 30 Kilometern. Eselsgeduld und vor allem starke Nerven waren am gestrigen Mittwoch auf den Straßen rund um Sinsheim vonnöten. Kurz nach 3 Uhr war auf der A 6 ausgerechnet im Baustellenbereich zwischen Sinsheim und Wiesloch ein Laster mit Anhänger umgestürzt und hatte zeitweise die beiden Richtungsfahrbahnen blockiert.
Der 41-jährige Fernfahrer war in Richtung Heilbronn unterwegs, als er auf einen so genannten Fahrbahnteiler auffuhr. Dabei stürzte der Laster um, der 41-Jährige musste aus seiner Führerkabine befreit werden; er wurde jedoch zum Glück nur leicht verletzt.
Gegenüber der Polizei sagte der Fahrer, er sei übermüdet gewesen. Möglicherweise war er am Steuer kurz eingenickt. Deshalb behielt die Polizei seinen Führerschein ein. Zunächst blieb nur eine der drei Fahrbahnen in Richtung Heilbronn frei, was zu einem kilometerlangen Rückstau zum Walldorfer Kreuz führte. Auch die gegenüberliegende zweispurige Fahrbahn in Richtung Mannheim musste bis auf eine Fahrbahn gesperrt werden, um den Lastwagen zu bergen. Aufwendig die Aufräumarbeiten: Eine große Menge Dieselkraftstoff war bei dem Unfall ausgelaufen. Die Polizei bezifferte den entstandenen Schaden mit etwa 35.000 Euro.
Während den Bergungsarbeiten kam es kurz vor 10 Uhr auf der Gegenfahrbahn in Richtung Mannheim in gleicher Höhe zu einem weiteren Lkw-Unfall. Der Fahrer erkannte das Stauende zu spät und fuhr auf einen stehenden Lastwagen auf, "der war zu sehr mit dem Gaffen auf die gegenüber liegende Unfallstelle beschäftigt", wie ein Polizist sagt. Der verunglückte Lastwagen war nicht mehr fahrbereit und musste abgeschleppt werden. Ebenfalls aufwendig die Reinigung der Fahrbahn; ausgelaufenes Getriebeöl verwandelte die Fahrbahn in eine Rutschpartie. Auch deshalb verlängerte sich der Rückstau auf mehrere Kilometer bis zum Parkplatz "Bauernwald" auf Gemarkung Grombach.
Und der spektakuläre Unfalltag forderte am Mittwoch noch weitere Opfer: An der Tank- und Rastanlage Kraichgau-Nord kam es kurz vor 7.30 Uhr zu einem Zusammenstoß zweier Lastwagen, als einer von ihnen von der Raststätte in den Verkehr einfädeln wollte. Kurz nach 9 Uhr krachte es an der Anschlussstelle Sinsheim-Steinsfurt beim Einfahren vom Beschleunigungsstreifen auf die Hauptfahrbahn in Richtung Mannheim bei einem Zusammenstoß zwischen einem Lastwagen und einem Auto.
Alle Unfälle gingen zum großen Glück ohne schwere Verletzungen der Beteiligten ab, es blieb bei erheblichen Blechschäden. Da die Autobahnpolizei noch zu weiteren Auffahrunfällen rund ums Walldorfer Kreuz gerufen wurde, gab es Amtshilfe von den Kollegen aus Weinsberg. Diese mussten sich allerdings erst durch den Stau kämpfen. Über den Verkehrsfunk wurden die Autofahrer aufgefordert, die A 6 zwischen Wiesloch/Rauenberg und Sinsheim-Steinsfurt in beide Richtungen zu meiden und weiträumig zu umfahren.
