Warschau (dpa) - Die britische Premierministerin Theresa May hat bei Regierungskonsultationen in Polen angekündigt, sich für polnische Einwanderer in Großbritannien einzusetzen. Sie seien ein wichtiger Teil der Gesellschaft, sagte sie am Donnerstag nach Gesprächen mit Ministerpräsident Mateusz Morawiecki in Warschau. «Wir wollen, dass sie bleiben und werden es ihnen ermöglichen», sagte May und kündigte ein einfacheres Verfahren für ein Bleiberecht an. In Großbritannien leben etwa eine Million polnische Einwanderer. Bei der Abstimmung über den Austritt aus der Europäischen Union im Juni 2016 spielte das Thema Einwanderung eine große Rolle, es kam zu Übergriffen gegen Polen. Viele von ihnen waren nach dem Brexit-Referendum verunsichert. Die Rechte der EU-Bürger nach dem Brexit sind noch weitgehend unklar. May und Morawiecki beschlossen außerdem, die Zusammenarbeit beider Länder in den Bereichen Sicherheit und Wirtschaft zu vertiefen. Das EU-Sanktionsverfahren gegen Polen, das die Europäische Kommission am Mittwoch wegen Gefährdung von Grundwerten erstmals in der Geschichte der EU eingeleitet hatte, kommentierte May eher allgemein: Verfassungsfragen seien innenpolitische Angelegenheit der jeweiligen Länder, die sie betreffen würden. Sie betonte die Bedeutung von Rechtsstaatlichkeit in Europa und begrüßte, dass Morawiecki den Dialog mit Brüssel fortsetzen will.